Das Google-Unternehmensprofil ist 2026 wichtiger geworden, nicht unwichtiger
Google Maps ist mit 32,5 Prozent die grösste Einzelquelle, aus der ChatGPT lokale Empfehlungen zieht. Dein Unternehmensprofil wirkt damit zweimal: im klassischen Kartenergebnis und in der KI-Antwort. Es ist das billigste Marketing, das ein Schweizer Betrieb machen kann — und bei den meisten liegt es halb ausgefüllt brach.

Das Google-Unternehmensprofil gilt als erledigte Aufgabe. Einmal angelegt, Adresse stimmt, Haken dran.
Seit 2026 stimmt das nicht mehr. Nicht weil Google etwas geändert hätte, sondern weil eine zweite Nutzung dazugekommen ist: Google Maps ist mit 32,5 Prozent die grösste Einzelquelle, aus der ChatGPT lokale Empfehlungen zieht.1 Dein Profil beantwortet damit zwei Fragen gleichzeitig — die in der Suchmaschine und die im Chat.
Die dritte Zahl ist die wichtigste. Zwei von drei Mikrobetrieben in der Schweiz haben keine eigene Website. Für sie ist das Unternehmensprofil nicht ein Kanal unter vielen — es ist ihre gesamte Präsenz im Netz.
Vollständig ist die Eintrittskarte, nicht der Vorsprung
Eine Erwartung muss gleich weg: Ein vollständig ausgefülltes Profil macht dich nicht sichtbarer als die Konkurrenz. Sowohl die meistgenannten als auch die nie genannten Betriebe hatten zu 97 Prozent ein vollständiges Profil.
Vollständigkeit ist die Bedingung, um überhaupt in Frage zu kommen. Der Unterschied entsteht woanders — siehe weiter unten.
Die Pflicht
Kategorie. Die Hauptkategorie ist der wichtigste einzelne Eintrag. «Restaurant» und «Italienisches Restaurant» führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wähle die genaueste, die wirklich passt, und ergänze weitere als Nebenkategorien.
Öffnungszeiten, inklusive Feiertage. Ein Betrieb, dessen Zeiten an Ostern falsch stehen, produziert enttäuschte Menschen vor verschlossener Tür — und die schreiben Bewertungen.
Adresse und Einzugsgebiet. Wer keinen Laden hat, sondern zur Kundschaft fährt — Handwerk, Reinigung, Fahrschule —, trägt ein Einzugsgebiet ein statt einer Ladenadresse.
Telefonnummer und Website. Wenn es keine Website gibt, die von Google angebotene Profilseite nutzen. Sie ist besser als ein leeres Feld.
Leistungen und Produkte. Die Felder, die fast alle leer lassen. Sie sind der Ort, an dem in Worten steht, was du tatsächlich machst — und Worte sind das, woraus eine Empfehlung entsteht.
Was den Unterschied macht
Fotos, und zwar viele
Der Befund ist ungewöhnlich eindeutig: Die meistgenannten Restaurants hatten fast viermal so viele Fotos wie die nur einmal genannten.
Das ist die billigste Massnahme auf dieser Liste. Ein Betrieb macht ohnehin Bilder — sie gehören nur auch ins Profil, nicht nur auf Instagram.
Der Bewertungsschnitt, nicht die Bewertungsmenge
Der stärkste gemessene Hebel für die Sichtbarkeit in KI-Antworten überhaupt: 4,7 statt 3,9 Sterne bringen 31,65 Prozentpunkte mehr Empfehlungswahrscheinlichkeit. Die Anzahl der Bewertungen bringt im Vergleich 8,31 Punkte — knapp ein Viertel davon.2
Praktisch heisst das: Zehn zufriedene Stammgäste um eine ehrliche Bewertung zu bitten, ist wirksamer als eine Kampagne, die hundert lauwarme einsammelt.
Regelmässige Beiträge
Die Beitragsfunktion im Profil wird kaum benutzt und ist deshalb billig. Ein Mittagsmenü, ein Anlass, eine Ferienabwesenheit — das sind Signale, dass der Betrieb lebt, und sie erscheinen direkt im Kartenergebnis.
Eine Warnung, die selten ausgesprochen wird
Ein gutes Maps-Ergebnis überträgt sich nicht automatisch auf die KI-Sichtbarkeit. Von 8'059 Restaurants, die auf Google Maps sichtbar waren, erschienen 5'670 niemals in der KI-Übersicht zur identischen Suchanfrage.3
Das Profil ist die Grundlage, nicht die Garantie. Wer auf Maps gut dasteht und in ChatGPT nicht vorkommt, hat nichts falsch gemacht — er hat nur noch nicht alles getan.
Die Reihenfolge für einen Schweizer Betrieb
1. Profil beanspruchen und verifizieren, falls noch nicht geschehen 2. Hauptkategorie prüfen — die genaueste, die passt 3. Zwanzig gute Fotos hochladen, nicht drei 4. Leistungen ausformulieren, nicht nur ankreuzen 5. Öffnungszeiten inklusive Feiertagen pflegen 6. Am Bewertungsschnitt arbeiten 7. Einmal im Monat einen Beitrag
Punkt 3 und 4 sind an einem Nachmittag erledigt und werden am häufigsten übersprungen.
Quellen
- SOCi-Erhebung über 2 Mio. Quelladressen zur Herkunft lokaler Zitate in KI-Antworten: Google Maps 32,5 %, Websites der Betriebe 23,1 %, TripAdvisor 18,41 %, Yelp 10,5 %, Facebook-Seiten 7,6 %. Marktanteil Google Schweiz 81,18 % (Statcounter, 2026). Website-Verbreitung: localsearch und Hochschule Luzern, 2025, n = 47'079 Schweizer Betriebe.
- Randomisiertes Conjoint-Experiment über zwölf Sprachmodelle, 61'459 Modellabfragen, arXiv:2606.16344: Bewertungsschnitt 4,7 statt 3,9 = +31,65 Prozentpunkte; Anzahl Bewertungen +8,31 pp; Antworten auf Bewertungen +0,11 pp. Fotoanzahl aus einer Pluspoint-Auswertung über 551 Antworten.
- Local Falcon, Juni 2026, 10'000 US-Restaurants: von 8'059 auf Google Maps sichtbaren Betrieben erschienen 5'670 nie in der KI-Übersicht zur identischen Suche. Profilvollständigkeit bei meistgenannten wie nie genannten Betrieben je 97 %.