Die Weihnachtssuche startet Mitte Oktober — 13 von 13 Restaurants sind nicht bereit
In Google Trends für die Schweiz beginnt die Suche nach «Weihnachtsessen» jedes Jahr zwischen KW 42 und KW 44 zu steigen und erreicht ihren Höhepunkt in KW 51 — in allen fünf geprüften Jahren derselbe Verlauf. Das sind rund vier Wochen ab heute. Wir haben am 20. September nachgesehen, wer bereit ist: In einer neutral gezogenen Stichprobe von dreizehn Schweizer Betrieben hatte keiner ein Weihnachtsangebot online. Und ein zweiter Befund stellt die verbreitete Optimierung auf den Kopf.

Das Weihnachtsgeschäft hat einen Zeitplan, und er ist erstaunlich verlässlich. Wir haben den Verlauf der Schweizer Suche nach «Weihnachtsessen» über fünf Jahre abgerufen, Woche für Woche.
Das Ergebnis ist in jedem einzelnen Jahr dasselbe: Der Anstieg beginnt zwischen Kalenderwoche 42 und 44, also Mitte bis Ende Oktober. Der Höhepunkt liegt jedes Mal in KW 51, der Woche vor Weihnachten — 2021, 2022, 2023, 2024 und 2025 ohne Ausnahme.1
Von heute aus gerechnet sind das rund vier Wochen bis zum Anstieg.
Wir haben am selben Tag nachgesehen, wie weit die Schweizer Gastronomie ist. Zwei Stichproben: zehn Betriebe, die wir über Weihnachtssuchen gefunden haben — die stehen dort naturgemäss, weil sie das Thema bespielen. Und dreizehn Betriebe aus neutralen Suchen ohne Weihnachtsbezug: Gruppenessen Luzern, Firmenessen St. Gallen, bekannte Häuser in Zürich, Bern und Basel.
In der neutralen Stichprobe hatte kein einziger ein Weihnachtsangebot online.2
Einer der Betriebe, die bereit sind, schreibt auf seiner Seite selbst, wann man buchen soll. Eve's Kitchen in Schlieren: «So früh wie möglich. Die Wunschtermine im Dezember sind schnell vergeben – am besten sicherst du Datum und Raum schon im Sommer oder Frühherbst.»3 Der Betrieb, der das Geschäft kennt, nennt also genau dieses Fenster. Die meisten nutzen es nicht.
Der Befund, der die übliche Optimierung auf den Kopf stellt
Jetzt der Teil, den wir nicht erwartet hätten — und der einem Schweizer Betrieb einen ganzen Nachmittag Arbeit spart.
Wir haben dieselbe Trends-Abfrage für die naheliegenden Geschäftsbegriffe gestellt: «Firmenweihnachtsessen», «Firmenweihnachtsfeier», «Weihnachtsapéro», «Weihnachtsessen Firma», «Weihnachtsmenü Restaurant». Über fünf Jahre, Geo Schweiz.
Alle fünf liefern durchgehend null. Das Volumen liegt unter der Meldeschwelle von Google Trends.1
Das heisst nicht, dass niemand so sucht. Es heisst, dass zu wenige so suchen, um überhaupt messbar zu sein. Wer seine Seite auf «Firmenweihnachtsessen» zuschneidet, optimiert auf einen Begriff, den es in der Schweiz als Suchvolumen praktisch nicht gibt.
Das messbare Volumen liegt auf den generischen Begriffen: «Weihnachtsessen», «Weihnachtsfeier», «Weihnachtsmenü» — jeweils mit Ort. Und sie laufen nicht gleichzeitig: «Weihnachtsfeier» gipfelt in KW 50, eine Woche vor «Weihnachtsessen». Erst wird der Anlass gesucht, dann das Essen.
Wer heute oben steht
Wir haben fünf Suchen geprüft, wie eine Firma sie stellen würde. Über alle fünf hinweg dasselbe Bild: Oben stehen Tourismusorganisationen und Eventportale — Zürich Tourismus, Bern Welcome, Eventbutler, Eventlokale. Bei «weihnachtsfeier location zürich» steht in den ersten neun Ergebnissen kein einziges klassisches Restaurant.4
Drei Portale, die man erwarten würde, kamen in keiner der fünf Suchen vor: Eventfrog, Lunchgate und local.ch. Bei local.ch ist das aufschlussreich, weil die passende Seite existiert — über 3'000 Ergebnisse, aber ohne einen Satz redaktionellen Text, ohne Preise und ohne Kapazitäten. Eine reine Datenbankausgabe rankt nicht mehr.
Die drei Angaben, an denen die Buchung hängt
Hier wird es für einen einzelnen Betrieb konkret. Wir haben sechs Weihnachtsseiten Schweizer Restaurants im Quelltext durchgezählt — nicht überflogen, sondern nach Begriffen gezählt.
| Angabe | Seiten, die sie nennen |
|---|---|
| Preis pro Person | 1 von 6 |
| Stornofrist oder Rücktrittsregel | 0 von 6 |
| vegetarische oder vegane Option | 0 von 6 |
Das sind genau die drei Fragen, die jemand beantworten muss, bevor er intern eine Zusage holt. Wie teuer wird es pro Kopf? Was passiert, wenn von vierzig Angemeldeten nur dreiunddreissig kommen? Und was bekommt die Kollegin, die kein Fleisch isst?
Wer diese drei Angaben nicht auf der Seite hat, bekommt keine Buchung — er bekommt eine Mail mit drei Fragen. Und bis die beantwortet ist, sind zwei andere Häuser angeschrieben.
Der Preis ist die auffälligste Lücke. Fünf der sechs geprüften Restaurantseiten nennen keinen Frankenbetrag. Preise findet man in dieser Suche zuverlässig nur bei den Portalen: Eventbutler führt Ab-Preise von CHF 29.90 bis über CHF 260 pro Person.5 Das Portal beantwortet also die Frage, die der Betrieb offenlässt — und verdient an der Vermittlung.
Die Stornoregel existiert längst. Sie liegt im falschen Dokument
Das ist der Befund, der uns beim Nachzählen am meisten überrascht hat.
Auf keiner der sechs Weihnachtsseiten kommen «Storno», «Annullation» oder «Rücktritt» auch nur einmal vor. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen derselben Branche steht die Regel dagegen bis auf den Tag genau ausformuliert.
Zwei Beispiele aus öffentlich abrufbaren AGB:
- Ein Luzerner Betrieb: verbindliche Teilnehmerzahl spätestens fünf Werktage vorher, Abweichungen bis 5 Prozent werden nach effektiver Zahl abgerechnet. Absage null bis fünf Tage vorher 100 Prozent, sechs bis vierzehn Tage 50 Prozent, fünfzehn bis dreissig Tage 20 Prozent.
- Ein Berner Haus: bis 24 Stunden vorher 100 Prozent, 25 bis 72 Stunden 70 Prozent, vier bis vierzehn Tage 50 Prozent, fünfzehn bis 29 Tage 30 Prozent, ab dreissig Tagen kostenlos. Personenzahl 48 Stunden vorher.6
In beiden Dokumenten kommt das Wort «Weihnacht» kein einziges Mal vor. Und einer der beiden Betriebe hat auf seiner Website überhaupt kein Weihnachtsangebot.
Die Arbeit ist also getan. Sie steht nur in einem PDF, das vor der Anfrage niemand öffnet — statt in zwei Sätzen auf der Seite, die die Entscheidung trägt.
Dass sich das lohnt, zeigt die Schweizer No-Show-Messung von Lunchgate über das Reservationsjahr 2025: 2,24 Prozent der Gäste erschienen nicht, und je weiter im Voraus reserviert wurde, desto seltener. Dieselbe Auswertung hält fest, dass grosse Gruppen zwar die niedrigste No-Show-Rate haben, aber den höchsten wirtschaftlichen Schaden verursachen — weil sich ein ausgefallener Tisch für vierzig Personen nicht durch Laufkundschaft ersetzen lässt.7
Was gegen die ganze These spricht
Ein Einwand gehört hierher, weil er unbequem ist und wir ihn selbst gefunden haben.
Die naheliegende Annahme lautet: Das vierte Quartal ist für die Gastronomie das starke. Wir haben das an den Rohdaten der SECO-Quartalsschätzung nachgerechnet, Reihe «Gastgewerbe und Beherbergung», nominale Bruttowertschöpfung.
Q4 ist das schwächste Quartal. Der Anteil am Jahr liegt im Mittel über zehn Jahre bei 23,64 Prozent — also unter dem rechnerischen Viertel. Das stärkste Quartal ist Q3, der Sommer.8
Zwei Einschränkungen dazu, die man kennen muss: Die Reihe fasst Beherbergung und Gastronomie zusammen, und die Hotellerie zieht Sommer und Winter hoch. Und ein Quartal ist kein Monat — der Dezember allein lässt sich daraus nicht herauslösen.
Was bleibt: Das Weihnachtsgeschäft ist nicht der Rettungsanker für ein schwaches Jahr. Es ist ein gut planbarer Block in einem Quartal, das sonst eher ruhig ist. Genau deshalb lohnt sich die Vorbereitung — nicht, weil der Dezember von allein trägt.
Zur Werbung: November ja, Dezember ungewiss
Wer bezahlte Reichweite einsetzen will, sollte die Preise kennen. Die verfügbaren Messreihen sind international und faktisch US-lastig — Schweizer oder DACH-Zahlen zur Saisonalität publiziert niemand. Mit diesem Vorbehalt:
Der Tausenderkontaktpreis auf Meta liegt im November rund 20 Prozent über dem Jahresmittel, und das in zwei aufeinanderfolgenden Jahren fast identisch. Der Dezember schwankt dagegen stark: einmal 35 Prozent darüber, im Jahr davor nur 4,5 Prozent. Die teuerste Woche des Jahres ist die Black-Friday-Woche.9
Daraus folgt nichts Dramatisches, aber etwas Praktisches: Der günstige Moment ist Oktober, bevor der Weihnachtshandel die Auktion füllt — und das ist derselbe Moment, in dem die Suche anzieht.
Was auf die Seite gehört
Aus dem, was in der Stichprobe gefehlt hat, ergibt sich die Liste fast von selbst. Nichts davon kostet Geld, alles kostet einen Nachmittag:
- Preis pro Person, als Ab-Preis oder als zwei bis drei Pakete. Ein Ab-Preis ist besser als keiner: Er filtert, statt abzuschrecken.
- Personenzahl je Raum. Nicht «für Gruppen», sondern «Séparée 12–20, Saal 40–90». Das ist die zweite Frage jeder Anfrage.
- Zeitraum mit Daten. «Ab Mitte November» ist keine Angabe. «17. November bis 23. Dezember» ist eine. Wer freie Termine zeigen kann, zeigt sie.
- Stornofrist und Frist für die definitive Teilnehmerzahl, in zwei Sätzen aus den eigenen AGB übernommen.
- Vegetarisch und vegan, benannt statt angedeutet. «Allergien werden berücksichtigt» beantwortet die Frage nicht.
- Eine eigene Unterseite, nicht ein Abschnitt auf der Startseite. Ein Abschnitt kann für «Weihnachtsessen» nicht ranken, weil die Seite von etwas anderem handelt.
- Speisekarte als Text, nicht nur als PDF. Was im PDF steht, liest weder eine Suchmaschine noch ein Sprachmodell zuverlässig mit.
Die Messlatte liegt tiefer, als man denkt. Der vollständigste Betrieb in der ganzen Stichprobe nennt vier Pakete mit Preis und drei Räume mit Personenzahlen — und lässt Stornofrist, Teilnehmerzahl-Frist und vegetarische Optionen trotzdem weg. Wer alle sieben Punkte hat, steht in seiner Stadt allein da.
Was adlessly hier tut — und was nicht
Tut: Aus deinen Fotos entstehen die Beiträge zur Weihnachtskarte, sie werden geplant und veröffentlicht. Ab der Stufe Plus laufen Anzeigen auf Instagram und Facebook mit einem Budget, das du festlegst, und der Agent beantwortet Kommentare und Nachrichten.
Tut nicht: deine Website schreiben. Die sieben Punkte oben sind Handarbeit auf deiner eigenen Seite — und sie sind der Teil, der bei diesem Geschäft wirklich entscheidet. Werbung auf eine Seite zu schalten, die drei offene Fragen hat, erzeugt keine Buchungen, sondern mehr Mails.
Der Engpass im Weihnachtsgeschäft ist nicht die Reichweite. Er ist die Entscheidbarkeit.
Quellen
- Google Trends, Geo Schweiz, wöchentliche Werte vom 20.09.2021 bis 20.09.2026, abgerufen am 20.09.2026. «Weihnachtsessen»: Anstieg auf Index 15 am 17.10.2021, 22.10.2023, 20.10.2024 und 26.10.2025; Höhepunkt in KW 51 in allen fünf Jahren (19.12.2021 = 100, 18.12.2022 = 64, 17.12.2023 = 59, 15.12.2024 = 58, 14.12.2025 = 51). «Weihnachtsfeier»: Höhepunkt 2024 in der Woche ab 08.12. und 2025 ab 07.12., also KW 50. Durchgehend 0 über fünf Jahre und damit unter der Meldeschwelle: «Firmenweihnachtsessen», «Firmenweihnachtsfeier», «Weihnachtsapéro», «Weihnachtsessen Firma», «Weihnachtsmenü Restaurant».
- Eigene Erhebung vom 20.09.2026 über öffentlich abrufbare Websites. 23 Schweizer Gastronomiebetriebe aus Zürich, Winterthur, Bern, Basel, Luzern, St. Gallen und Umgebung. Zwei Stichproben: zehn Betriebe aus Weihnachtssuchen, dreizehn über neutrale Suchen ohne Weihnachtsbezug. Gezählt wurde, ob am Erhebungstag ein Angebot für die Saison 2026/27 sichtbar war. Ergebnis: 8 saisonaktuell, 2 vorhanden ohne Saisonbezug oder mit Stand 2024, 13 ohne Angebot — alle dreizehn aus der neutralen Stichprobe. Nicht abrufbar und deshalb nicht gewertet: bern.com, tripadvisor.com, thefork.ch (je HTTP 403) und insider.lunchgate.ch (Zertifikatsfehler).
- Eve's Kitchen, Schlieren, abgerufen am 20.09.2026: vier Pakete zu CHF 42, 65, 89 und 95 pro Person, drei Räume für 20–40, für 40–150 sitzend und für 150 sitzend bzw. 300 stehend. «Storno», «Annullation», «Rücktritt», «vegetarisch» und «vegan» kommen auf der Seite nicht vor.
- Suchergebnisse zu fünf Begriffen, abgerufen am 20.09.2026 ausserhalb der Schweiz: «firmenweihnachtsessen zürich», «weihnachtsessen firma restaurant schweiz», «weihnachtsfeier location zürich», «weihnachtsmenü gruppen restaurant bern», «firmenessen weihnachten basel». Wiederkehrend oben: Zürich Tourismus, Eventbutler, Eventlokale. Ohne Treffer in allen fünf Suchen: Eventfrog, Lunchgate, local.ch.
- Zählung am 20.09.2026 im rohen Quelltext von sechs Weihnachtsseiten Schweizer Restaurants: Engimatt/Leafs Zürich, Eve's Kitchen Schlieren, X-TRA Zürich, Maiergrill Winterthur, Silo2 Basel, Das Viertel Basel. «pro Person» mit Frankenbetrag nur bei Eve's Kitchen; «Storno», «Annullation» und «Rücktritt» null Treffer auf allen sechs; «vegan» und «vegetarisch» null Treffer auf allen sechs. Vergleichswert Portal: Eventbutler führt Ab-Preise von CHF 29.90 bis über CHF 260 pro Person.
- Öffentlich abrufbare Gastronomie-AGB, gelesen am 20.09.2026: Grottino 1313, Luzern und Hotel National, Bern. In beiden Dokumenten kommt «Weihnacht» kein einziges Mal vor.
- Lunchgate, No-Show-Report 2026, Datenbasis Reservationsjahr 2025 über foratable, berichtet von der Hotellerie Gastronomie Zeitung am 13.05.2026. Die Stichprobengrösse wird nicht publiziert, der Volltext liegt hinter einem Formular. Zitiert: 2,24 % No-Show-Rate; «Die No-Shows nehmen ab, je weiter im Voraus die Reservierung erfolgt»; «Obwohl Reservierungen für grosse Gruppen die niedrigste No-Show-Rate ausmachen, verursachen sie den höchsten wirtschaftlichen Schaden, weil sie kaum durch spontane Gäste ersetzt werden können.»
- Eigene Berechnung aus den Rohdaten der SECO-Quartalsschätzung des BIP, Produktionsansatz, unbereinigt, Reihe «Gastgewerbe und Beherbergung», nominale Bruttowertschöpfung. Q4-Anteil am Jahr: 2019 23,8 %, 2022 24,9 %, 2023 23,5 %, 2024 23,8 %, 2025 24,1 %. Mittelwert 2014–2025 ohne die Pandemiejahre 2020 und 2021: 23,64 % (n = 10). Die Reihe fasst NOGA 55 und 56 zusammen, umfasst also auch die Hotellerie, und bildet Bruttowertschöpfung ab, nicht Umsatz. Eine reine Restaurantaussage lässt sich daraus nicht ableiten. Ein Monatswert für den Dezember wird in der Schweiz für die Gastronomie nicht erhoben.
- Gupta Media, «The true cost of social media ads», abgerufen am 20.09.2026. Datenbasis nach eigener Angabe «tens of billions of ad impressions», September 2022 bis Oktober 2025, Geografie nicht ausgewiesen und faktisch US-lastig. Aus deren Monatstabelle gerechnet: Meta-CPM November 2024 +20,0 % und Dezember 2024 +35,2 % gegenüber dem Jahresmittel von 8,01 US-Dollar; 2023 +20,7 % und +4,5 % gegenüber 7,29 US-Dollar. Teuerste Woche 2024: ISO-Woche 48 mit 13,42 US-Dollar. Gegenläufig dazu meldet Tinuiti für Q4 2025 einen Rückgang der Meta-CPM um 7 % gegenüber dem Vorjahr, bei 44 % der untersuchten Werbetreibenden aber einen Anstieg. Für die Schweiz und den DACH-Raum publiziert keine der geprüften Quellen eine Saisonalität; eine Übertragung wäre eine Annahme.